Nur 5% der Bitcoin-Transaktionen sind echt

In den letzten Jahren hat die SEC nicht weniger als ein Dutzend Vorschläge für Bitcoin Exchange Traded Funds (ETFs) abgelehnt. Die gängige Meinung auf der Straße ist, dass der anhaltende SEC-Smackdown bei diesen Finanzprodukten hauptsächlich auf die Abneigung gegen eine möglicherweise anarchische Technologie zurückzuführen ist.

Während diese Idee nicht genau fehlerhaft ist, ist die von der unabhängigen Regierungsbehörde häufig zitierte Verteidigung, dass ihr Hauptanliegen der Schutz der Interessen des Privatanlegers ist, nicht weniger verdienstvoll.

Nicht zuletzt, wenn immer wieder alarmierende Berichte über die häufig unergründliche Welt des Kryptohandels auftauchen – und die neuesten genauso skandalös sind. Laut dem Crypto Asset Management-Unternehmen Bitwise könnten die beeindruckenden Bitcoin-Handelsvolumina, die häufig von Börsen auf Plattformen wie CoinMarketCap gemeldet werden, stark übertrieben sein. Nur 5 Prozent des von unregulierten Börsen gemeldeten Handelsvolumens sind nach Firmenangaben echt: Der Rest ist künstlich aufgeblasen.

 

Das heikle Problem betrügerischer Handelsvolumina an Bitcoin-Börsen verfolgt die Branche seit Jahren. Der Versuch, das Ausmaß der Marktmanipulation zu bestimmen, war jedoch schwierig, weil… Sie es erraten haben, dass die meisten Börsen nicht reguliert sind.

Bitwise Asset Management kam zu seinem Abschluss, nachdem es die Handelsaktivität für 81 Bitcoin-Börsen über einen Zeitraum von vier Tagen im März analysiert hatte. Das Unternehmen analysierte Muster, die einen realen oder künstlichen Handel erkennen ließen, und kam zu dem Schluss, dass 95 Prozent des gemeldeten Handelsvolumens fraglich waren, einschließlich des Vorhandenseins von Mustern, die darauf hindeuteten, dass Handelsvolumina hergestellt worden waren.

 

Die tatsächliche Zahl liegt sogar noch darunter. Laut Bitwise waren nur 273 Millionen US-Dollar des täglich gemeldeten Volumens von 6 Milliarden US-Dollar legitim. Sie nannte CoinBene, BW.com, BitForex, OEX und Bibox als die fünf wichtigsten Börsen, die nicht reguliert waren.

 

Aber der Bitwise-Bericht hatte auch ein hintergründiges Motiv …

 

Das in San Francisco ansässige Unternehmen reichte seine Forschungsdaten im Rahmen eines Antrags für einen Bitcoin-basierten ETF bei der SEC ein. Matthew Hougan, Leiter der globalen Forschung bei Bitwise, sagte, dass der Bericht das erste Mal war, dass Daten systematisch analysiert und formal mit anekdotischen Beweisen belegt wurden.

Hougan hat versprochen, dass sein Unternehmen, wenn es von der SEC genehmigt wird, nur das 5-prozentige Volumen abziehen wird, das es als legitim erachtet.

 

Das Unternehmen hat sogar ein Tool veröffentlicht, mit dem genaue Bitcoin-Handelsvolumina verfolgt werden können.

 

Bitcoin Wash-Handel

 

Dieser Bitwise-Bericht findet großen Anklang bei einem anderen Bericht, der im Dezember vom Blockchain Transparency Institute, einem Team von Blockchain-Datenforschern, veröffentlicht wurde.

Dieser Bericht tauchte tief in die 25 besten Bitcoin-Handelspaare von CoinMarketCap ein und lieferte ebenso schlimme Ergebnisse. Dem Bericht zufolge werden 80 Prozent der größten Bitcoin-Paar-Volumina im Washtrading gehandelt.

 

Washtrading ist in den meisten Ländern illegal und beinhaltet den gleichzeitigen Kauf und Verkauf eigener Orders mit dem ausdrücklichen Ziel, das Handelsvolumen zu erhöhen, um andere Trader zu locken.

 

Weitere kritische Erkenntnisse der Organisation sind:

 

  • Mindestens vier Bot-Strategien werden verwendet, um das Handelsvolumen zu erhöhen
  • Der Großteil des Handelsvolumens mit Paaren macht weniger als 1 Prozent der auf CoinMarketCap gemeldeten Umsätze aus
  • Von den Top-25-Paaren scheinen nur Binance und Bitfinex ihre Trades nicht grob zu waschen
  • Alle 30 der meistgehandelten OEX-Token werden gewaschen gehandelt

 

Obwohl nicht direkt verwandt, berichtete die Organisation auch, dass Blockchain-Projekte im Jahresdurchschnitt 50.000 US-Dollar für Börsenzulassungsgebühren ausgaben.

 

Die Zusammenarbeit von Börsen ein großer Auftrag

 

Anleger, die gespannt auf den Tag warten, an dem sie Bitcoin über einen ETF außerbörslich handeln können, hoffen, dass Unternehmen wie Bitwise die SEC eher früher als später für sich gewinnen können.

 

Eine große Herausforderung, die die vorgeschlagenen ETFs in der Vergangenheit nicht bewältigen konnten, ist die Sicherstellung von Vereinbarungen zum Informationsaustausch (ISAs) mit dem Austausch. Die SEC hat festgelegt, dass ISAs mit führenden Börsen eine wichtige Voraussetzung für die Einhaltung des Securities Exchange Act sind. Bitwise ist bestrebt, nur mit seriösen Börsen zusammenzuarbeiten, was an sich schon eine große Bestätigung darstellt. Hoffentlich werden diese Börsen zustimmen, relevante Markthandelsdaten mit dem Unternehmen zu teilen.